Bewaffnung:
Die Scheibengewehre (Slug-Guns):
Viele der neuen Soldaten brachten ihre eigenen Gewehre
mit. Man versprach ihnen, das die Regierung der Vereinigten Staaten, die Waffen
für 60 Dollar das Stück abkaufen würde falls man es wünschte. Derjenige der
seine Waffe nicht an die Regierung verkaufen wollte, sollte eine zusätzliche
Aufwandsentschädigung von 3 Dollar im Monat erhalten.
Diese Waffen waren in der Regel schwere Scheibenwaffen
oder Wettkampfgewehre für den Schießstand von unterschiedlichsten
Kalibern mit Dioptervisierungen oder Zielfernrohren. Diese Scheibenwaffen hatten
nicht selten ein Gewicht von über 10 Kilogramm. Ein richtiges Monstrum ist die
Morgan Rifle mit dem Kaliber .46 und einem Gewicht von 35 Pfund, im Museum von
Gettysburg. Obwohl diese Gewehre sehr genau schossen, waren sie recht unhandlich
und umständlich zu handhaben. Der Ladevorgang war teilweise sehr kompliziert
und dauerte daher recht lange. Nach der Schussabgabe war der Schütze wehrlos.
Auch die unterschiedlichen Kaliber der Gewehre brachten keine Vorteile mit sich.
Jeder Schütze musste seine Munition selbst anfertigen, und die Munition konnte
von keiner anderen Waffe verwendet werden.
Ein großer Pluspunkt für den Soldaten war allerdings
das die Waffen wegen ihres umfangreichen Zubehörs und ihres großen Gewichtes
auf dem Marsch nicht getragen werden mussten sondern in den Transportwagen
mitgeführt wurden. Darum wehrten sich viele Soldaten dagegen als diese Waffen
gegen die Sharps Gewehre ausgetauscht wurden.
Das Colt Revolvergewehr:
Das
Colt Gewehr hatte eine 5 Schuss Trommel im Kaliber .56. und wog 5,6 Kg. Das
Gewehr hatte eine Lauflänge von 80 cm und war mit einem Tüllenbajonett
ausgestattet. Die Soldaten schätzten zwar die hohe Feuergeschwindigkeit dieses
Gewehres, konstruktionsbedingter Mängel machten es jedoch sehr unbeliebt. Die
Waffe war im Feld nur schwer sauber zu halten und durch die vielen beweglichen
Teile sehr störanfällig. Auch machte dem Soldaten der konstruktionsbedingte
große Trommelspalt schwer zu schaffen. Beim Schuss gab es direkt vor dem
Gesicht des Schützen einen riesigen Kugelblitz, der stark blendete; der vor
allem auch noch, wenn man nicht genug aufpasste dem Schützen den linken Ärmel
ansengte. Wenn nun auch noch vorkam das der Feuerball auf die nebenliegenden
Kammern übersprang und diese zündete, konnte das sogar den Verlust der linken
Hand des Schützen bedeuten.. Die Soldaten waren daher sehr froh als sie dieses
unbeliebte Gewehr 2 Monate später endlich gegen ihre Sharps tauschen konnten.
Das Sharps Gewehr:
Nach
eingehenden Tests verschiedener Gewehre, im Sommer 1861 entschied man sich, für
die Waffe von Christian Sharps aus Hartford Conneticut.
Das
Gewehr war ein Hinterlader mit Fallblockverschluss für Papierpatronen im
Kaliber .52 Zoll (11,3cm). Das Gewehr hatte einer Lauflänge von 75cm, die
Gesamtlänge des Gewehres betrug 119cm bei einem Gewicht von 3,6kg. Weiterhin
besaß es eine automatische Setzvorrichtung für Zündhütchen ( Pellets), eine
verstellbare Visierung für Entfernungen bis 900 Jard
(ca. 850m) und ein Tüllen- oder Schwertbajonett. Durch seinen
Fallblockverschluss hatte das Sharps Gewehr eine wesentlich höhere
Feuergeschwindigkeit als die Infanteriemuskete, es schoss viel präziser, und
wesentlich weiter. Es konnte zudem in jeder Lage problemlos geladen werden.
Jedoch
wurden die Gewehre wegen ihres hohen Preises von 45 Dollar anfangs nicht
genehmigt.
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