Geschichte als Hobby, der amerikanische Bürgerkrieg von 1861 - 1865

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Papierpatronen für Perkussionshinterladergewehre

 

1

Wickelstab ca. 13,7mm Durchmesser + - 0,1mm.

1 feste Unterlage
1 Flasche Express - Holzleim
1 Schere
Spitzenpapier vom Friseur,
nitriertes Papier oder Leinen kann, muss aber nicht verwendet werden. Dünnes Maschinenpapier geht auch, ist  billiger und leichter zu verarbeiten. Am besten eignet sich aber das Spitzenpapier vom Friseur, das ist bereits richtig zugeschnitten und brennt wie der Teufel völlig ohne Rückstände.

 Da die meisten der Perk. Hinterlader das Kaliber .54 besitzen beschränken sich auch meine Maßangaben auf dieses Kaliber. Es ist auch nicht schwer die Maße auf ein anderes Kaliber umzurechnen. Es gibt  eine Menge Möglichkeiten um Papierpatronen herzustellen die jedoch teilweise sehr Aufwendig sind. Da für mich die schnelle und rationelle Fertigung am allerwichtigsten war, hat sich nach vielen tausend Patronen, die ich schon angefertigt habe, die folgende Art der Herstellung als die schnellste und unkomplizierteste herausgestellt.

Zuerst fertigt man sich einen Patronenwickelstab für das entsprechende Kaliber an. Man kann Ihn aus Mangel an Möglichkeiten aus Holz fertigen, das man vor dem Gebrauch aber gut polieren und wachsen sollte, um ein festkleben der Papierhülsen am Stab zu vermeiden. Wenn man aber eine dauerhafte Lösung bevorzugt kommt man um einen Stab aus Metall nicht herum. 

Der Stab ist zylindrisch ungefähr 10 - 12cm lang und hat einen Durchmesser von genau 13,7mm (Geschossdurchmesser). Er wird an einem Ende ungefähr 5mm Tief konisch angesenkt, (Bild 1) ähnlich einem Hohlbodengeschoss, nur nicht ganz so tief. Nachdem die Länge des Patronenlager ausgemessen wurde (einfach den Stab mit der angesenkten Seite in das geöffnete Patronenlager stecken, anzeichnen und abmessen. zu dem gemessenen Maß werden 2mm dazu addiert. 1mm braucht man damit man das Geschoss besser ankleben kann den anderen Millimeter braucht man damit die fertige Patrone weit genug aus dem Patronenlager ragt damit der Verschlussblock die Patrone sauber abschneiden kann. Dieses Maß wird verwendet um eine Rille auf dem Wickelstab einzudrehen (Bild 2). Eine 2 umlaufende Rille etwa 1cm länger wird benötigt als Maß für die Platzpatronen.

Bild 1 Bild 2

Das Papier wird auf ca. 60x55 mm für scharfe Patronen und 65x55mm für Platzpatronen zugeschnitten. Es wird mit dem längeren Teil entlang des Wickelstabes gelegt und eingerollt, siehe Bild 1. Dabei wird auf den letzten paar Millimetern am Blattrand etwas Express Holzleim aufgetragen, er hält schon nach wenigen Sekunden und klebt nicht am Metall. Die geklebte Papierhülse wird nun bis zur entsprechenden Markierung zurückgezogen und zugedreht (Bild 4). Jetzt wird der Zipfel in den Konus geschoben, den Wickelstab auf eine feste Unterlage gesetzt und mit einer leichten Drehung und etwas Druck  wird der Papierzipfel festgepresst. Zum Schluss wird die fertige Papierhülse vom Stab gezogen und zum trocknen beiseite gelegt.

Bild 3
Bild 4
Bild 5

Die Papierhülsen für Platzpatronen werden nach dem befüllen mit Schießpulver einfach oben zusammengefaltet und verklebt. (Bild 6)

Bild 6

Achtung Wichtig! 
1. keine Abdeckplättchen verwenden. Diese können aus dem Lauf ausgeschossen werden und andere Personen treffen oder verletzen.

2. Die maximalen Pulverladungen für Platzpatronen auf Reenactments dürfen auf keinen Fall mehr als 60 Grain´s betragen. ( Versicherungstechnische Auflagen) Wer glaubt 10 Grain´s mehr oder weniger hört man nicht, der irrt gewaltig.

Bei der Fertigung von scharfen Patronen wird nach dem Befüllen der Hülse das Geschoss an seiner breitesten Stelle, vor der letzten Fettrille, mit etwas Holzleim festgeklebt. Der Holzleim hält das Geschoss ausreichend fest ohne am Geschoss kleben zu bleiben wenn es verschossen wird. (Bild7)Fetten sollte man die Patrone erst kurz vor dem Verschießen damit sich das Papier und die Pulverladung nicht mit dem Geschossfett voll saugen kann.

Bild 7

Also viel Spaß beim wickeln.

Alle Angaben ohne Gewähr

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Stand: 28 Mai 2009