Dreizehn Jahre noch und es wird ein Jahrhundert vergangen
sein, seit unsere Väter auf diesem Kontinent eine neue Nation gründeten,
welche der Freiheit ihr Dasein verdankt und welche auf den Grundsatz vereidigt
ist, das alle Menschen als Gleiche erschaffen wurden.
Mit dem großen Bürgerkrieg, den wir jetzt führen, machen
wir die Probe darauf, ob diese Nation, welche so begründet und so vereidigt
ist, lange leben kann. Wir haben uns auf einem großen Schlachtfeld dieses
Krieges versammelt. Wir sind gekommen um einen Teil dieses Feldes denjenigen
als letzte Ruhestätte zu weihen, die an diesem Ort ihr Leben ließen, damit
die Nation leben könne. Es ist nicht mehr als recht und billig, das wir dies
tun.
In einem höheren Sinn aber können wir dieses Stück Erde
weder weihen noch heiligen. Die tapferen Männer, die hier kämpften, haben es
geweiht und geheiligt, und zwar weit über unsere armseligen Kräfte, zu
mehren oder zu mindern, was sie getan. Die Welt wird kaum bemerken und Gewiss
nicht lange im Gedächtnis bewahren, was wir hier sagen, aber unvergesslich
wird für alle Zeiten sein, was jene hier vollbrachten. Eher also sollten wir
selber, die Überlebenden, hier der großen unvollendeten Arbeit geweiht
werden, welche diejenigen, welche kämpften, so edelmütig bis zu diesem Punkt
vorwärts getrieben haben. Es ist also an uns, uns selbst der großen Aufgabe
zu weihen, die noch vor uns liegt; von diesen in Ehren Gestorbenen die stets
wachsende Kraft der Hingabe an das Ziel zu erben, dem sie in der Fülle ihrer
äußersten Hingabe dienten; zu geloben, das der Tod dieser Toten nicht
vergeblich sein darf; das diese Nation mit Gottes Hilfe von neuem die Freiheit
aus sich hervorbringt, um diejenige Staatsform, in welcher das Volk allein
durch das Volk zum Besten des Volkes herrscht, nicht von der Erde
verschwindet.
Abraham Lincoln
19. November, 1863