Geschichte als Hobby, der amerikanische Bürgerkrieg von 1861 - 1865

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Die Geschichte der Henry Rifle

Den Anfang bildete der 1849 konstruierte Voliton Repeater von Walter Hunt.

Die Waffe hatte bereits eine Magazinröhre unter dem Lauf und verfeuerte ein sog. Raketengeschoss. Das Geschoss war hohl in dessen Innern sich die Treibladung befand.


Der einzige bekannte Volitonal Repetiere von Walter Hunt. Der Abzug befindet sich direkt neben dem ringförmigen Spannhebel der in Feuerstellung nach vorne geklappt wird und somit den Abzug freigibt. Patentiert am 21 August 1849.

Zur gleichen Zeit wurden bei der „Firma Robbins & Lawrence“ ebenfalls ein Gewehr mit Röhrenmagazin hergestellt, die Jennings Rifle. Zu dieser Zeit war der 1821 in New Hampshire geborene Benjamin Tyler Henry Vorarbeiter in der Firma.


Jennings 3rd. Modell mit automatischem Zündpillensetzer

Im Jahre 1854 wurde in Norwich, Connecticut die Firma von Horace Smith & Daniel B. Wesson gegründet zu der Henry wechselte um an dem Repetierer weiterzuexperimentieren.

S &W entwickelten eine Munition ähnlich derer von Walter Hunt. Ein Hohlbodengeschoss im Kal .38 mit der Treibladung  und Zünder im  Geschossboden.

Im Jahre 1855 wurde die Firma in „Volcanic Repeating Arms Company“ umbenannt.

Ein Hemdenfabrikant Namens Oliver Winchester stieg als Gesellschafter mit ein.

Wenig später verließen Smith und Wesson die Gesellschaft um ihre eigenen Pläne weiter zu verfolgen.

Nach dem Umzug nach New Haven konzentrierte sich die Firma auf die Weiterentwicklung der von S&W entworfenen, aber wenig erfolgreichen Volcanic Repetierer.

 
Volcanic Rifle, patentiert am 14 Febr. 1854 im Kal..38 mit 30 Schuss Magazin

Im Jahre 1857 stand die Volcanic Gesellschaft vor dem Bankrott. Winchester kaufte die restlichen Anteile und setzte Henry als Werksleiter ein. Die neue Firma wurde unter dem Namen „New Haven Arms Company“ ins Handelsregister eingetragen.

Benjamin Tyler Henry schaffte den Durchbruch und entwickelte innerhalb weniger Monate seine Patrone in Kal. 44 Randfeuer, die „Henry Flat“.


Die Patrone besaß ein .44 er 216 grains Geschoss mit einer Treibladung von 26 grains. Schwarzpulver.

Verschossen wurde die Munition aus einem alten, modifizierten, Volcanic Unterhebelrepetierer die aus dem 24 Zoll Lauf eine Vo von 445 m/sec. erreichte.

Henry hatte an der Volcanic unter anderem den Verschluss verbessert Ein doppelter Schlagbolzen reduzierte die Fehlzündungen enorm von denen die ersten Randfeuerpatronen noch geplagt wurden.

Der Verschlusskasten und die ganze Repetiermechanik wurde nicht nur an die neue Patrone angepasst sondern ebenfalls erheblich verbessert. Mit der neuen Transportmechanik und dem neu konstruierten, ringförmigen Abzugsbügel konnte der Schütze nun die Waffe mit einer kurzen Handgelenksdrehung um 75 Grad nachladen. Da beim Repetiervorgang auch gleich der Hahn gespannt wurde war dieses System erheblich schneller als das der Konkurrenz dem Spencer Repetierer. Auch das Magazin fasste mit seinen 15 Patronen doppelt so viel als das der Konkurrenz des Spencers Gewehrs.

Diese neue Konstruktion wurde im Oktober 1860 als Henry Gewehr patentiert.


Henry Rifle, von der Volcanic leicht zu unterscheiden durch den längeren Systemkasten für die neue Randfeuerpatrone

Leider verzögerte sich die Serienproduktion erheblich so das die Regierung erst im November 1861 auf die Henry Rifle aufmerksam wurde.

Laut Regierungsversuch konnte ein Schütze 120 Schuss in weniger als 6 Minuten (Ladezeit einbezogen) abfeuern.

Obwohl die Henry bezüglich der Feuerkraft jedem anderen Gewehr haushoch überlegen war fiel der Bericht von Marineleutnant Mitchel dürftig aus. Das waren für den Zeugamtsleiter der US Armee Brigadegeneral James William Rippley genügend Gründe um sein Misstrauen gegenüber diesen neuen Mehrladern zu untermauern.

„Das offene Röhrenmagazin ist viel zu schmutzanfällig und kann durch eindringenden Dreck die Patronenzufuhr verhindern. Ohne Vorderschaft kann die Magazinröhre viel zu leicht eingebeult, beschädigt und damit unbrauchbar werden. Die drehbare Laufhülse für das Magazin an der Laufmündung schwächt die ganze Konstruktion. Das Gewehr sieht überhaupt nicht aus wie eine Militärwaffe und überhaupt, nicht einmal ein Bajonett lässt sich daran aufpflanzen.

Außerdem kann die Waffe viel zu schnell geschossen werden, was für eine Munitionsverschwendung. Der Soldat wird dazu verführt ohne großartig zu Zielen einfach auf die feindliche Linie zu feuern ohne dabei Schaden anzurichten. Es sei ja schließlich unbestritten, das der Ausgang einer Schlacht eher durch einen kühn vorgetragenen Bajonettangriff entschieden wird als durch pure Feuerkraft, usw., usw.“

Letztendlich wurden nur 1731 Henrys direkt von der Regierung gekauft.

Da aber von 1860 bis 1866 über 13.000 Gewehre gefertigt wurden kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen das mindestens 10.000 Henrys im Bürgerkrieg eingesetzt wurden. Die meisten Gewehre wurden von den Soldaten trotz des hohen Preises von durchschnittlich 40,-$ privat gekauft. Von Seiten der Regierung wurde wenigstens die Munition geliefert Insgesamt wurden 4.610.400 Patronen von Washington bezahlt, was die Nutzung der Henry während des Krieges unzweifelhaft beweist.

Die ersten 400 Henry Gewehre wurden noch komplett aus Stahl gefertigt. Aus Kostengründen wurde für die Serienfertigung danach Systemgehäuse aus Messing verwendet.

Trotz des hohen Preises lief der Absatz an Private Kunden sehr gut. Die Nachfrage war höher als die Produktionskapazität der Firma in New Haven die nur wenige Hundert Gewehre pro Monat herstellen konnte.

Im Jahre 1865 wurde die Firma in „Henry Repeating Arms Company“ umbenannt.

Der Ende des Bürgerkrieges bedeutete für die Firma fast das Aus. Der Bedarf an Waffen nahm schlagartig ab und Hunderttausende ausgemusterte Militärwaffen für teilweise weniger als 3 Dollar überschwemmten den Mark. Die  Firma Spencer Repeating Arms, schärfste Konkurrenz der Henry ging Pleite und O. Winchester kaufte die restlichen Anteile der Fa. auf.

Trotz des hohen Verkaufspreises war die Gewinn Marge der Henrys nicht besonders hoch. Um weiter bestehen zu können half nur noch eine radikale Kostensenkung der Waffenproduktion.

Der zu dieser Zeit, als Werkleiter der Winchesterfabrik in Bridgeport, angestellte Nelson King vereinfachte die Herstellung des Repetierers und senkte damit die Produktionskosten enorm. Die wesentlichen Veränderungen seines Patentes von 1866 bestanden in der Trennung der Lauf – Magazin Kombination. Anstatt dieses teuren Frässteiles setzte Er nun unter einen Standardlauf eine einfache Blechröhre die als Magazin diente. Die aufwendige  Ladeeinrichtung an der Laufmündung entfiel ebenfalls. Geladen wurde das Gewehr nun mittels einer Ladeklappe auf der rechten Seite des Systemkasten. Das geschlossene Magazin erlaubte nun auch die Anbringung eines hölzernen Vorderschaftes. Die veränderte Konstruktion kam als erste Waffe mit dem Namen ihres Finanzierers auf den Markt, als Winchester M1866


Winchester 66, Entwurf von Nelson King, wegen des hochglanzpolierten Systemkastens erhielt das Gewehr den Spitznamen Yellow Boy.

 

Ehre wem Ehre gebührt war die Devise von O. Winchester gegenüber seinen leitenden Angestellten.

Henrys Verbesserungen aus denen das Henry Gewehr hervorging wurden durch die früheren Walzmarkierungen auf dem Lauf mit „Henrys Patent – Oct. 16. 1860“ und dem H Bodenstempel auf den Randfeuerpatronen gewürdigt. Diese H ist sogar noch heute auf den KK Patronen diverser Hersteller zu finden. Kings Verbesserungen wurden mit der Veränderung der Walzmarkierung ab 1866 in „Kings Patent – March 29. 1866“ gewürdigt.

Oliver Winchester, der sich bisher meist im Hintergrund hielt übernahm ab 1866 vollständig die Zügel der Firma. Im folgenden Jahr wurde die Firma umbenannt in „ Winchester Repeating Arms Company“.

 

Fotos und Infos stammen aus den Büchern von:

„Winchester  Eine Amerikanische Legende“ von R.L. Wilson

„Die Waffen des Amerikanischen Bürgerkrieges“ von Jan Boger

 

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